Moin,
ich bin Ina und absolviere ein Praktikum bei Erste Hilfe für Alltagshelden. Ein Teil meiner Interessen liegt im Bereich Unternehmensprozesse Unternehmenskommunikation. Genau daraus entstand meine Idee für folgendes Interview auf der Homepage. Danke, dass ich das hier umsetzen durfte!
Im Interview möchte ich einen Aspekt hervorheben, der für mich im Praktikum ein echter Lernmoment war. Ein Punkt, von dem ich nicht gedacht hätte, dass er die Qualität eines Unternehmens so stark beeinflusst.
Es geht darum, was es bedeutet, Verantwortung nicht nur im Notfall zu übernehmen, sondern auch im täglichen Leben im Umgang mit Menschen innerhalb eines Unternehmens anhand einheitlicher Strukturen.
Hier kommen die Antworten des Teams.

Interview mit Colle
Colle ist die Gründerin, Inhaberin, staatlich anerkannte Trainerin, Autorin, Podcasterin
Ina: Colle, du hast International Business and Management studiert. Heute leitest du seit 2018 deine eigene erfolgreiche staatlich anerkannte Erste-Hilfe-Schule. Wie kam es zu diesem Wechsel?
Colle:
Indem ich als Studentin morgens am Bahnhof einen Kreislaufzusammenbruch hatte. Nichts Dramatisches – kein Frühstück, zu spät zum Zug, super beeilt, zack, lag ich da. Und viele Menschen sind einfach vorbeigegangen.
Das hat mich nachhaltig beschäftigt. Warum fühlen sich so viele unsicher? Warum traut sich kaum jemand zu helfen?
Zwischen zwei Projekten bin ich dann später hauptamtlich in den Rettungsdienst gegangen, als Rettungssanitäterin. Dort habe ich nahezu jedes Notfallbild selbst gefahren – bei Familien, bei Kindern, bei Verkehrsunfällen. Ich war selber vor Ort, habe die Situationen miterlebt. Und ich habe gesehen: Es sind oft die Basics, die Ersthelfenden fehlen. Minuten, in denen Ersthelfende handeln müssten – weil es sonst zu spät ist, bis der Rettungsdienst eintrifft!
Ina: Du hast also sehr viel erlebt. Gibt es etwas, wovor du tatsächlich Angst hast?
Colle:
Ja. Das Wort Erste Hilfe am Kind Crash-Kurse. Brrrrz!!!
Drei Stunden, zwanzig Personen, oft nur eine Puppe, was willste da vernünftig und nachhaltig durchgehen? Medizinische Leitlinien werden heruntergerattert– oft von Menschen mit medizinischem Job/Hintergrund. Aber: Leitlinien für medizinisches Personal lassen sich nicht automatisch auf Ersthelfende übertragen! Das ist fachlich nicht korrekt. Es gibt eigene Leitlinien für Laienhelfende – aus gutem Grund. Wir machen ja auch z.B. keinen Luftröhrenschnitt als Ersthelfer. Vieles wird auch gar nicht erst angesprochen.
Das andere Extrem ist der achtstündige Frontalunterricht, bei dem Themen starr abgearbeitet werden, ohne zu hinterfragen, was Eltern im Alltag wirklich brauchen. Viel Theorie, wenig Einordnung, kaum Bezug zu echten Stresssituationen, meist von Leuten ohne Bezug zu Kindern oder Rettung gehalten.
Ich habe im hauptamtlichen Rettungsdienst oft erlebt, was passiert, wenn Druck, Halbwissen oder falsch übertragene Inhalte ins Spiel kommen. Eltern werden gedrillt. Ihnen wird eine Puppe hingeknallt mit: „Stell dir vor, das ist dein Baby – drück jetzt mal, alle gucken dir zu!“
Ohne Struktur. Ohne pädagogische Sensibilität. Ohne Einordnung.
Viele fühlen sich dabei vorgeführt oder unter Druck gesetzt. Manche werden gedrillt.
Das kann Angst verstärken statt Sicherheit geben. Viele gehen verwirrter raus als vorher und habe schnell alles vergessen. Ich war im Rettungsdienst selber bei kleinen und großen Notfällen bei den direkt Familien vor Ort und habe vieles selber gesehen.
Ina: Und was machst du anders?
Colle:
Ich habe erstmal das komplette Konzept neu zerlegt. Nicht übernommen, sondern hinterfragt. Wie läuft Erste Hilfe weltweit? Was brauchen Eltern wirklich?
Wie kommt mein Baby von der Klinik sicher nach Hause?
Wie bereite ich ein Wochenbett sicher vor?
Was gehört zu einer wirklich sinnvollen und sicheren Erstausstattung?
Wie baue ich Wissen so auf, dass es bleibt – eben auch alltagstauglich in Stresssituationen, Eltern müssen die Hintergründe verstehen, warum man etwas so macht, damit man im Notfall auch improvisieren kann. Ich bin selber Mama und wir halten die Kurse so, dass ich danach jedem meine Kids Erste Hilfe technisch anvertrauen kann.
Wir arbeiten strukturiert, sensibel und klar. Niemand wird vorgeführt. Niemand bekommt etwas „hingeknallt“. Und am Ende gibt es einen Plan im Kopf – eben alltagstauglich auch in Stresssituationen.
Wir hatten als Eltern selber Notsituation erlebt, wir wissen wovon wir sprechen und machen das mit Liebe!
Ina: Du betonst oft, dass ihr staatlich anerkannt seid. Warum ist dir das so wichtig?
Colle:
Weil Anerkennung nicht nur ein Titel ist, sondern Verpflichtung.
Staatlich anerkannt heißt: Wir werden streng kontrolliert. Unsere Qualifikationen, unsere Materialien, unsere Fortbildungen – das ist nicht optional. Das wird geprüft. Haha, einmal gab es Theater weil eine DIN Nummer nicht ganz perfekt auf einem Verbandkasten erkennbar war, eine Ziffer war leicht zerkratzt -passiert wenn man viel übt, ist okay und wurde ausgetauscht.
Ich muss alles rechtfertigen können: welche und wieviele Materialen mit Mindestanforderungen, DIN müssen wir haben/ welche Ausbildungen, Anerkennungen, Auffrischungen haben alle/ welchen Leitfaden nutzen wir, auf welche Erste Hilfe Leitlinien für Ersthelfende berufen wir uns/ wir müssen die Hygiene Standards nicht nur genau einhalten, sondern dokumentieren, und welche medizinische, zugelassene Desinfektion wir nutzen, das wird geprüft usw.
versus:
"Ach, ich hab einen medizinischen Job und arbeite eh mit Eltern -die ich per se erreiche, dann kaufe ich irgendeine Puppe, wische da mal zwischendurch mit Desituch drüber, lege ein paar hübsche Giveaways aus - ein wenig Deko und Snacks und erzähle denen ein paar Punkte wild durcheinander - merkt ja keiner. Machen wa 3 Stunden ist ja nicht genormt, checkt ja keiner, kann ich runtergerechnet mehr auf die Stunde nehmen als eine anerkannte Schule mit Vorgaben, die sich auch noch freiwillig weiterbildet und extra Material hat - muahaha!"
Wir werden dann mit solchen Leuten in einen Topf geworfen. Erste Hilfe Kurse haben dann natürlich einen schlechten Ruf.
Wir wirken zwar locker, aber wenn es um Notfälle geht, darf Qualität nicht vom Zufall abhängen, das ist kein schneller Nebenverdienst wo man irgendwelche Maßnahmen erzählt. Erste Hilfe ist aber nicht geschützt, jeder kann sich hinstellen und Eltern irgendetwas erzählen, was auch leider häufig praktiziert wird - in Kursen von medizinischen Fachkräften sowie Socialmediakanälen -da gibt es endlos Fehlinformationen für Ersthelfende von "Expertinnen" im medizinischem Outfit. Kontrolle schafft hier Verlässlichkeit. Es geht eben z.B. um Kinderschutz. Eine staatliche Anerkennung erkennt ihr daran, ob jemand z.B. "Führerscheinkurse" geben darf. Checkt das mal unbedingt: Geben die anerkannte Kurse für Betriebe, Führerscheinerwerb oder z.B. nur in Hebammenpraxen 3 Studen Crashkurse.
Wir bilden uns regelmäßig weit über die mindest Anforderungen fort und stehen im regelmäßigen Ausstausch zu unterschiedlichen Stellen. Das ist natürlich weitaus aufwendiger an vielen Stellen, aber das ist es wert!
Ina: Quasi Sterneküche oder Fastfoodladen. Du hast auch unterschiedliche Formate ausgearbeitet?
Colle: Ja, wenn du Erste Hilfe am Kind für deinen Job machst nach DGUV, ist es komplett anders als ein Erste Hilfe am Kind Kurs bei uns für werdende Eltern! Komm da als werdendes Elternteil trotzdem hin, auch wenn du z.B. alle 2 Jahre in der Kita oder Schule beim Kurs warst -wichtige und andere Infos auch für Pädagoginnen, Lehrerinnen!
Ina:
Was bedeutet dir diese Arbeit persönlich?
Colle:
Sehr viel.
Werdende Väter, die mit ihrem eigenen Vater – also dem werdenden Opa – im Kurs sitzen und sich beömmeln. Wir infotainen.
Großmütter, teilweise auch Lehrerinnen, die unser pädagogisches Konzept loben.
Mütter, die zu uns kommen, weil sie nach einem anderen Kurs Angst hatten – und sich am Ende bedanken, weil sie Sicherheit statt Druck erlebt haben.
Diese Momente sind echte Gänsehautmomente. Wir tragen einen Teil zur familiären Sicherheit bei. Und ich bin dankbar für jede einzelne Begegnung, für all die Orte, an die wir eingeladen wurden, für jede Rückmeldung im Nachgang, wenn jemand schreibt: „Wir mussten handeln. Gut, dass wir bei euch waren.“
Wir dürfen außerdem mit vielen tollen Kooperationspartnerinnen und super interesannten Menschen zusammenarbeiten.
Ina: Ihr seid sehr locker, herzlich -gleichzeitig seid ihr als Unternehmen sehr klar in euren Strukturen. Warum?
Colle:
Ja, das ist dein Thema, Ina?
Weil ich mich verpflichtet fühle, gute Arbeit zu leisten. Ich trage sehr viel Verantwortung den Teilnehmenden, deren Kindern und meinem Team gegenüber. Und gute Arbeit braucht Verlässlichkeit.
Wir schützen unser Unternehmen – und damit auch unsere Teilnehmenden – durch transparente Regeln, die für alle gleichermaßen gelten. Keine Sonderwege, keine Extrawürste, keine individuellen Ausnahmeregelungen auf Zuruf.
Aus Fairness gegenüber allen, die sich an die Rahmenbedingungen halten, und aus Schutz. Hier gilt nicht wer lauter ist oder mehr quängelt hat Recht, sondern Respekt und Fairness durch Transparenz. Sonst funktioniert unser Unternehmen nicht.
Das ist Teil unserer Unternehmenskultur und ein wichtiger Schutz für uns alle.
Mark befasst sich bei uns zum größten Teil mit Bürokram und hat auch gar nicht die Passwörter um Sonderwege freizugeben, es geht also auch gar nicht - eben weil von drölftausend Hinweisen und aktiven Zustimmungen der Kundinnen klar war das es keine "Ausnahmen" gibt.
Mark ist auch nicht eingeplant um betreutes Lesen zu veranstalten, ein weiterer Grund warum wir alles sehr klar vorab kommunizieren. Wir möchten unsere Zeit in gute Kurse investieren. Es ist wirklich zeitintensiv Extramails mit Fragen - die ja bereits in den AGB beantwortet wurden oder Sondernwünschen durchzuarbeiten, hätte ich nie für möglich gehalten.
Ina: Du hast ja letztens auch nicht ins Kino gehen können, weil eure Kinder krank waren.
Colle: Ja, stimmt. Und ich wäre im Leben nicht darauf gekommen dem Kino alles an Privatleben über uns mitzuteilen und dann auch noch Erwartungen zu stellen, wie z.B. neue Tickets oder Geld zurück. Ich habe dann fix die AGB für Onlinetickets gecheckt und mich dran gehalten. Sowas passiert eben auch mir und gehört dazu. Als ich schwanger war und mir eine Zeit übel war, bei Krankheiten, Trauerfall usw. Als ich von einer Schwangerschaft erfuhr und der Geburtstermin auf den bereits gebuchten Urlaub und nahe eines Konzerttermins fiel. Das ist nun mal das Leben, es kommt manchmal was dazwischen und dann mußte erwachsen damit umgehen -ganz besonders wenn man Elternteil wird/ist sollte man mit Verantwortung umgehen können, ich hab mich ja schließlich entschieden das zu kaufen und mir das freihalten zu lassen.
Ina: Denkst du das ist Brachenabhängig?
Colle: Puh, schwer zu sagen. Was ich öfter höre, weil ich eine Frau bin und in der Branche arbeite wird da häufig erwartet, dass ich gefälligst "empathisch" sein soll. Ich bin sehr empathisch, aber "empathisch" bedeutet hier in diesem Kontext, ich soll gefällst eine Sonderbehandlung veranlassen und die Vertragsbedingungen ignorieren und einen kostenfreien Platz zu einem weiteren Termin organisieren was dann "Umbuchung" genannt wird, wenn das natürlich nicht klappt werden diese Leute bockig, obwohl sie erst zugestimmt haben zu unseren Bedingungen zu buchen. Diese Haltung geht für mich gar nicht! Das ist nicht nur sexistisch, sondern auch wirklich frech. Viele Kolleginnen aus der Branche, z.B. sehr viele Hebammen kennen das Problem. Der Großteil unserer Kundinnen sind ja tatsächlich schwanger. Wir machen einen sehr wichtigen, guten Job, haben ein Unternehmen zu führen, tragen viel Verantwortung müssen professionell handeln und dann werden auch noch solche extra Erwartungen und Ansprüche gestellt. Wir müssen dann also "empathische" Frauen sein, wenn es um Ausfälle geht und dürfen nicht unser Unternehmen schützen, damit es überhaupt weitergehen kann... Geht gar nicht, aus diesem Grund übrigens haben viele Hebammen u.a. keinen Bock mehr auf ihren Job! Stellt euch mal diese Rahmenbedingungen und dieses Benehmen von manchen Kundinnen vor. Ich erwarte hier für Hebammen, uns und weiteren, tollen Unternehmenden "Empathie", damit wir nicht dicht machen müssen - mit anderen Worten: haltet euch einfach an klare Absprachen - genau wie bei anderen Unternehmen auch, bleibt fair - danke.
Es kann nicht sein, gerade weil man etwas wichtiges mit seinem Unternehmen leistet, man es nicht schützen darf - im Gegenzug zu anderen Unternehmen, die eben nicht mit schwangeren Leuten und Kindern arbeiten - da ist es ok?
Das habe ich sehr selten erlebt, aber Hebammen berichten ständig von so einem unangebrachtem Verhalten.
"Mein Babysitter hat für Kind 1 abgesagt, ich kann nicht zu dem fest gebuchtem Termin kommen, organisiere mir jetzt einen kostenfreien weiteren Platz, ich plädiere hier auf Menschlichkeit, weil ich ja schwanger bin." Geht natürlich gar nicht so ein Benehmen.
Ich konzentriere mich also darauf, dass die Rahmenbedingungen passen, damit ich diesen Job überhaupt machen kann und für die Teilnehmenden sowie für mein Team gerade stehen kann.
Ehrlich gesagt vermute ich gerade weil wir so familiär, herzlich und locker Teilnehmende aufnehmen, sehen das auch die falschen Leute als Einladung uns auszunutzen oder versuchen und emotional epressen zu wollen und da müssen wir uns besonders vor schützen. Zu den Bedingungen gebucht, Bedingungen werden beiderseits eingehalten.
Ina: Ok, wenn man sich unbeliebt bei dir machen will kommt man mit dem "sei doch mal empathisch" vorschlag an einer ganz unpassenden Stelle. Notiert. Weiter bitte.
Colle:
Ja, den Spruch bringe ich nächstes Mal dem Finanzamt bei der Steuererklärung, ich war ja gerade schwanger, die sollen mal mitfühlender sein.
Ok.
Am Anfang, vor langer Zeit, als ich alleine war, hatte ich das Unternehmen noch nicht geschützt, so viele Leute hatten spontan umgebucht -sogar "mal eben umbuchen" ist so viel getüdel, dass Planung der Kurse plötzlich nicht mehr aufgeht, Platz reservieren, dann umbuchen, nicht nur Aufwand und Kommunikation, sondern wie kommt die Platzverteilung neu zustande usw., der Kurs war die ganze Zeit fest blockiert -auch wenn man sich z.B. in der Schwangerschaft leider erst kurz vor dem erechneten Termin entschieden hat zu buchen und das Baby dann natürlich kurz vor Kurs kommt oder man wahscheinlich nicht mehr ganz so mobil ist usw., das ist dann ja nicht mal eine Überraschung.
Einmal wollte eine Betreuungseinrichtung spontan mal eben umbuchen, nach monatelanger Planung und Materialbeschaffung, weil es an dem Freitag so schönes Wetter geben sollte und alle lieber Grillen wollten. Mein Mann hatte sich damals extra für den Tag Urlaub genommen. Ich hatte kurz nach Reservierung für die Gruppe eine andere Anfrage für genau diesen Termin von einem sehr coolen, großen Sportevent über das ganze Wochenende - ein super Auftrag, der alle 2 Jahre stattgefunden hätte. Ich habe denen aber abgesagt, weil ich alles gebe für meine Kundinnen verbindlich zu sein, auch wenn es sich nur um eine sehr kleine Gruppe handelt im Gegesatz zu einem riesen Event - von dem ich auch Fan bin. Ich habe dem Sportevent natürlich abgesagt. Dann braucht mir aber niemand hinterher mit lieber Grillen kommen, sondern erfüllt seinen Teil bitte auch. Sehen die Kundinnen halt nicht von außen.
Motorradclub hatte mich vor Ort gebucht, ich hatte viel Material zum üben und extra spezielles Equipment gekauft, Babysitter organisiert, mein Wagen war da in der Werkstatt - ich hatte da extra einen Leihwagen gemietet, eine Fahrt dahin 1,5 Stunden - aber es war schönes Wetter und es waren nur ein ganz kleiner Teil da, alle waren auf dem Motorrad unterwegs - "macht doch nix, ich war doch eh vor Ort" - neeee, ich hätte dann lieber den Sonntag mal mit meiner Familie verbracht anstatt ein riesen Minusgeschäft zu machen, weil die fest zugesagten Personen plötzlich nicht im Kurs saßen. Wir haben als Familie sehr wenig Zeit zusammen und sowas lasse ich auch nicht mehr zu.
Gebucht ist gebucht, Material wird erst nach Vorabzahlung bestellt, sonst kann ich das leider nicht machen.
Es kam auch schon vor, dass Termine gebucht wurden, obwohl die Planung des Buchenden noch nicht feststand. Der Platz sollte erst einmal "blockiert" sein, damit ihn niemand anderes buchen kann. Kurz vor dem Kurs kam dann doch der Wunsch nach Umbuchung – und am Ende blieb der Platz leer, während andere ihn gern genommen hätten. Der Platz wird sich also freigehalten. Manchmal kommt eine ganze Familie mit z.B. den werdenden Großeltern und hätten zu 6 gebucht, waren aber nur noch 5 Plätze im Kurs frei, weil jemand sich 2Plätze blockiert hat um dann später doch umbuchen zu wollen.
Ina: Das ist ja wirklich übel. Ich kann die Gesetzgebung zu Onlinetickets dahingehend verstehen: gekauft ist gekauft.
Colle:
Ja, ein wichtiger Schutz für Veranstaltungen, die an einem spezifischen Termin stattfinden, damit eben nicht jeder kommt und sagt: "Ich möchte jetzt noch einen zusätzlichen, kostenfreien Termin, weil ich an dem gebuchten Termin doch nicht konnte." Es hat eben alles seinen Grund warum feste Termine gebucht werden.
Ich gehe ja auch nicht in den Supermarkt und verlange mein Geld zurück, weil ich es nicht geschafft habe einen Apfel rechtzeitig zu essen. Ich habe den Apfel dort gekauft, ich habe ihn zuhause nicht gegessen, jetzt ist er faulig und ich will mein Geld dafür zurück oder nehme mir einfach einen neuen Apfel aus der nächsten Lieferung, obwohl ich den alten Apfel trotzdem hatte, ich habe ihn halt nur gammeln lassen. Es war ja nicht meine Schuld, dass ich den Apfel nicht essen konnte, ich war krank und hatte Zahnweh - die vom Supermarkt sollen mal empathisch sein - ich nehme mir einfach noch einen Apfel aus der nächsten Lieferung! Haha, schreibt mal falls ihr in einem Supermarkt arbeitet, ob euch das schon mal passiert ist.
Ich habe da Beispiele in kleinem und großen Rahmen an die Außenstehende niemals denken würden.
Auch schwierig, wenn jemand einfach total absagt, weil "Colle steht ja sowieso da - was macht eine Person schon aus?" Es macht aus, dass alles reserviert, organisiert und freigehalten und auch von mir einiges bezahlt ist, was viele nicht auf dem Schirm haben und der Kurs plötzlich gar nicht mehr stattfindet, weil jemand abgesagt hat, das ist ein finanzieller supergau. Und denkt mal, jeder möchte dann natürlich ständig Ausnahmen. Es kommt sehr viel an Vorleistung von uns und dann haben wir z.B. um eine Person die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht und alle andren Teilnehmenden und wir müssen das ausbaden. In die andere Richtung gibt es auch Beispiele. Ich kam auch zu Kursen in deren über die Hälfte der Anmeldungen einfach nicht da waren und ich hatte damals vor jedem Kurs Bauchweh, ob wieder wer spontan absagt.
Heute stehe da auch zusätzlich Dozenten, die verbindlich bezahlt werden müssen. Jeder von uns hat sich den Termin freigehalten, beruflich wie privat alles organisiert für genau dieses Datum und wir erwarten verlässliche Zusagen zu genau diesem Termin beiderseits.
Ich wurde auch als Kummerkasten benutzt, ganz wichtiges Learning aus dem Rettungsdienst: du bist kein seelischer Mülleimer für jeden! Es ist wichtig Grenzen zu setzen um gesund zu bleiben. Ich möchte nicht genötigt werden fremden Krankengeschichten und Begebenheiten zu hören, dafür gibt es Profis, wir sind das nicht. Es gibt da auch keine Bonuspunkte für extra lange Geschichten. An uns bitte keine Privaten Begründungen, unser Job ist es Maßnahmen der Ersten Hilfe zu vermitteln. Bitte sucht euch Profis, falls ihr Kummer habt. Wir möchten auch nicht reingezogen werden: welcher Babysitter wo wann absagt, danke. Unser Unternehmen kann nicht von fremden Babysittern abhängig sein.
Die Ausgaben und Aufwendungen waren damals für mache Kurse höher als Einnahmen, weil z.B. bei gutem Wetter der angemietete Kursraum plötzlich leer war. Ich wollte zu dem Zeitpunkt alles hinschmeißen. Es ging nicht mehr. Seitdem habe ich eine gute Rechtsberatung, die sicherstellt, dass alles fair abläuft. Mehr Hinweise auf die AGB können wir auch wirklich nicht geben, wir habe da freiwillig welche drin ganz penetrant, haha - sonst müsste ich bei den Leuten persönlich klingeln und das vorlesen. Und das finde ich wichtig, du kannst es nie allen recht machen und das ist ok, aber du musst als Unternehmerin auch vor dir selber gerade stehen.
Im Austausch mit Unternehmenden aus anderen Branchen, kann ich berichten gibt es aber überall Schwerpunkte. Manchmal denkst du, es kann doch jetzt gar keine Reibungspunkte geben - ich habe an alles gedacht und dann kommt doch noch jemand an und will einfach Stress machen. Das lassen wir aber nicht zu, alle sind sehr entspannt, falls es zu bunt wird kommt der Fall halt zu unserem Rechtschutz und gut.
Tatsächlich buchen aber wirklich fast nur großartige Menschen bei uns, da gibt es schöne, bewegende Geschichten. Leute, die sich so benehmen haben wir sehr selten. Wirkt vielleicht zu crass, weil selektiv durch deinen Schwerpunkt, haha.
Ina:
Du hast vorhin erwähnt, dass ihr euch regelmäßig mit Fachstellen austauscht – mit Hebammen, Kinderärztinnen und anderen aus dem Bereich. Was bekommt ihr da aktuell so mit? Gibt es Themen, die euch besonders beschäftigen?
Colle:
Ja, wir tauschen uns tatsächlich regelmäßig aus. Gerade erst hatten wir wieder ein Treffen mit mehreren Hebammen, Leuten aus der Rettung und Kinderärztinnen. Da kommen immer viele Themen zusammen – viel zu viele, um das hier alles aufzudröseln.
Ein Punkt, der zu deinem Thema gehört, Ina, ist eine Beobachtung, die viele Hebammen und Ärztinnen gerade teilen. Gerade Fachleute, die schon sehr lange mit Familien arbeiten, beschreiben, dass sich über die Jahre etwas verändert hat: Viele Eltern wünschen sich heute sehr detaillierte Anleitung. Entscheidungen sollen laut Fachleuten möglichst genau vorgegeben oder gleich abgenommen werden, häufig orientiert an Tabellen, Apps oder festen Vorgaben – und vieles soll sehr klar in „richtig“ oder „falsch“ eingeordnet werden.
Von Unselbständigkeit wird häufig berichtet, das würde wahrscheinlich in die Kategorie fallen: "Der Termin passt mir doch nicht, ich will umgebucht werden und erzähle euch private Begebenheiten, damit ihr das für mich löst, ihr müsst schließlich mitfühlend sein."
Für unsere Kurse kann ich das so pauschal allerdings nicht bestätigen. Die Eltern, die bei uns sitzen, haben sich ja bewusst entschieden, sich vorzubereiten – und zwar nicht mit irgendeinem Schnellkurs, sondern mit unserem Kurskonzept, das deutlich umfangreicher ist als viele kurze Crash-Formate. Das sind Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten und bereit sind, Zeit zu investieren.
Mir ist aber durchaus bewusst, dass Erste-Hilfe-am-Kind-Kurse bei vielen Eltern noch nicht die Priorität haben, die sie haben sollten. Häufig wird viel Kapazität in Dinge wie Geburtsvorbereitung, Babybauch-Shootings oder Babyzimmer-Dekoration investiert. Das ist alles schön – aber die grundlegende Fähigkeit, im Notfall dem eigenen Kind helfen zu können, steht dabei leider noch zu selten ganz oben auf der Liste.
Darum bin ich umso dankbarer für jeden meiner Teilnehmenden, die dieses Privileg erkennen – nämlich die Verantwortung und zugleich die Möglichkeit zu haben, das eigene Kind schützen zu können. Genau dort setzen wir an: nicht erst im Notfall, sondern bereits ab dem ersten Tag auch mit Unfallprophylaxe.
Was ich allerdings schon merke: Je größer ein Unternehmen wird und je mehr Menschen man erreicht, desto häufiger begegnet man natürlich auch Situationen, in denen diese Unsicherheit sichtbar wird.
Ein Beispiel hatten wir gerade erst am Wochenende. Der Kurs war ausgebucht. Während des Kurses erklärte ein Teilnehmer, dass seine Frau nicht kommen konnte, weil das Kind inzwischen geboren wurde – der Kurstermin wurde von den beiden Teilnehmenden erst sehr nah zum errechneten Geburtstermin geplant – und fragte dann, ob sie einfach den Kurs zu einem anderen Termin nochmals kostenfrei nachholen könne.
Der Platz war für diese Person die ganze Zeit reserviert und stand damit für andere Interessierte nicht mehr zur Verfügung. Der Kursplatz war also die ganze Zeit belegt, während andere ihn nicht mehr buchen konnten. Und dann während des laufenden Kurses zu fragen, ob dieser Platz nun einfach auf einen anderen Termin übertragen werden kann, bedeutet letztlich nicht nur zusätzlichen Aufwand sondern, dass derselbe Platz zweimal genutzt und blockiert würde. Und da weit über 60% der Teilnehmenden in unseren Erste Hilfe am Kind Kursen schwanger sind, gibt das ein unglaubliches durcheinander, wenn jede Teilnehmerin einen zusätzlichen, kostenfreien Termin wünscht. Dann müßte ich dicht machen.
Ich kenne solche Situationen auch selbst – nur aus der anderen Perspektive. Bei einer meiner Schwangerschaften haben wir zu Weihnachten von der Familie Konzerttickets geschenkt bekommen, damit wir alle zusammen hingehen. Der Termin lag allerdings kurz nach meinem errechneten Geburtstermin. Als klar wurde, dass das so nicht funktionieren würde, sind mein Mann und ich selbstverständlich nicht mitgegangen. Ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen, den Veranstalter zu kontaktieren und zu sagen: „Könnten Sie mir wegen meiner Schwangerschaft bitte kostenfrei ein neues Ticket für einen anderen Termin geben?“ Das hätte ich nicht nur als sehr unangebracht empfunden, sondern auch als unfair dem Veranstalter gegenüber – schließlich würde ich ihm damit zusätzlichen Kommunikationsaufwand aufbürden, obwohl die Rahmenbedingungen längst feststanden.
Und genau so empfinden wir das auch in unserem Kursalltag.
Jede solche Extrawurstanfrage bedeutet für uns zusätzlichen Kommunikationsaufwand, der gar nicht eingeplant ist. Wir haben unsere Abläufe bewusst so strukturiert, dass alle Informationen transparent vorliegen. Wenn dann trotzdem einzelne Sonderlösungen eingefordert werden, müssen wir Zeit in Kommunikation investieren, obwohl die Antworten längst vorliegen und die Leute selber vorab entscheiden, ob sie buchen möchten.
Was wir außerdem immer wieder beobachten: Viele der Fragen, die uns erreichen, stehen bereits klar in unseren Teilnahmebedingungen. Statt diese kurz eigenständig in den AGB nachzulesen, erhalten wir E-Mails mit mehreren einzelnen Fragen – bei denen im Grunde erwartet wird, dass wir die entsprechenden Passagen aus den AGB heraussuchen, kopieren und noch einmal individuell zusenden.
Dabei könnten die Teilnehmenden diese Stellen selbst deutlich schneller nachlesen. Die AGB wurden bei der Buchung bestätigt und sind jederzeit einsehbar. Außerdem gibt es 3!!! 3 Hinweise bei Fragen selbständig die AGB zu checken. Wenn solche Fragen trotzdem erneut gestellt werden, entsteht für uns zusätzlicher Aufwand – nur damit wir Inhalte noch einmal kopieren, die bereits klar zugänglich sind.
Deshalb verweisen wir in solchen Fällen schlicht wieder auf die AGB. Alles, was dort geregelt ist, können und werden wir nicht noch einmal individuell per E-Mail aufarbeiten. Inzwischen weisen wir sogar darauf hin, dass wir auf E-Mails mit Fragen, die bereits eindeutig in den AGB geregelt sind, nicht mehr eingehen können – dafür haben wir schlicht keine Kapazitäten.
Und häufig bleibt es bei solchen Anfragen nicht bei einer einzelnen Frage. Nach der ersten Antwort folgen weitere Rückfragen – etwa zu Bescheinigungen oder organisatorischen Abläufen wie: "Ist der Kurs für meinen Job geeignet?" "Gibt es Bescheinigungen?". Auch diese Punkte sind bei uns ganz klar geregelt und hätten problemlos nachgelesen werden können.
Manchmal gibt es auch Fragen, bei denen man merkt, wie viel Unsicherheit dahinter steckt – etwa wenn Teilnehmende fragen, was sie sich zum Essen mitbringen sollen. Das sind Momente, in denen man sich schon wundert: Schließlich sitzen dort Menschen, die bald Verantwortung für ein Kind übernehmen werden. Schmiert euch einfach eine Stulle, wie die Schulkinder, Leute! Ihr schafft das - ich glaub an euch * Colle lacht
Wir bewerten dabei bewusst nicht, aus welchen Gründen jemand fehlt/ umbuchen möchte– und möchten das auch gar nicht tun. Menschen können wegen schwerer Krankheiten, wegen Schicksalsschlägen oder auch aus schönen Gründen wie einer Schwangerschaft nicht teilnehmen.
Die AGB gelten für alle gleichermaßen – egal wie schwer, wie schön oder wie eben vorhersehbar der Grund auch ist. Auch auf unserer Seite.
Diese unterschiedlichen Situationen gegeneinander abzuwägen, wäre weder fair noch sinnvoll – und genau das möchten wir auch nicht tun. Deshalb liegt die Verantwortung bei der Buchung. Wer einen Termin reserviert, entscheidet selbst, ob dieser Zeitpunkt realistisch ist – unabhängig davon, aus welchen Gründen sich später etwas ändern kann.
Genau das ist auch rechtlich der konforme Gedanke dahinter: Wer einen Termin verbindlich bucht, übernimmt Verantwortung für diese Entscheidung. Wir halten diesen Platz für die gebuchte Person frei und Planen sie zu genau diesem Termin ein.
Und wir möchten auch nicht in die Verantwortung für Lebensentscheidungen unserer Teilnehmenden geraten. Unsere Aufgabe ist es, einen hochwertigen Kurs anzubieten. Für Einzelbetreuung oder betreutes Lesen der Teilnahmebedingungen haben wir schlicht nicht die Kapazitäten.
Übrigens leide ich an einer chronischen, nicht ansteckenden, nicht sichtbaren manchmal schmerzhaften Krankeit. Vor meiner Selbständigkeit war meine Medikation nicht gut eingestellt und ich konnte aufgrund von Schmerzen an vielen Veranstaltungen nicht teilnehmen. Ich habe mich noch nie so verhalten und auf "Empathie", mit anderen Worten extra Regelungen nur für mich, bestanden. Genau für solche Fälle sind ja AGB da, damit jeder vorab bescheid weiß was los ist. Und dieses Verhalten kenne ich auch nicht von anderen Leuten mit ernsten, chronischen Krankheiten, sondern wenn dann ausschließlich von einer schwangeren Person. Was stimmt denn da nicht? "Hallo, ich bin schwanger -alles dreht sich nur noch um mich, ich bin der wichtigste Mensch auf der Welt und wenn ihr nicht alles nur für mich abändert werde ich bockig!" Haha gibt es da Studien zu? Was läuft da ab?
Aber – und das ist mir immer wieder wichtig zu sagen – solche Fälle sind bei uns wirklich die Ausnahme! Die meisten sind supertolle, werdende Moms!
Schräg aber selten.
Ina: Ja stimmt schon. In euren AGB steht ein extra Hinweis, dass die AGB für jede Teilnehmende Person und jeden Umstand gelten. Und man muss aktiv anklicken, dass die Bedingungen akzeptiert werden.
Ist die Geschichte wahr mit den Mails im Rettungswagen?
Colle: Achso, nein ich hatte in einer Schwangerschaft einen Verdacht und bin mit dem Rettungswagen in die Klinik gebracht worden. Während der Wartezeit beim Kreißsaal habe ich Ersatz für den baldigen Kurs organisiert und Mails beantwortet von Kundinnen, die mal "eben kurz die Gebühr wegen spontaner Absage" wollten. Andesrum: Hätte der Kurs wegen meines Ausfalls nicht stattgefunden, hätten sofort alle Teilnhmenden die Info, dass leider der Kurs ausfällt und selbstverständlich die Gebühr zurückbekommen. Ich erfülle auch meinen Teil und schreibe denen dann aber nicht meine ganze Geschichte. Und begründe nicht: weil ich gerade schwanger bin, fällt der Kurs aus, aber ist ja nicht meine Schuld, dann bleiben die Leute halt alle auf ihrer Gebühr sitzen, ich behalte die - die sollen halt mal gefälligst auch empathisch sein - haha.
Andersherum gab es tatsächlich solche schrägen Forderungen: "Ich bin schwanger und komme nicht, also sind mir die AGB jetzt egal, obwohl ich zugestimmt habe ." Was soll sowas bitteschön?
Du kannst bei uns gar nicht buchen, wenn du nicht zustimmst.
Ina:
Ja so rum hat wohl niemand Empathie, wenn du das auch so machen würdest :) Das ist wirklich mal interessant, so tiefe, ehrliche Einblicke bekommt man fast nie!
Hast du zum Schluss noch einen kleinen Erste-Hilfe-Impuls für alle?
Colle:
Klaro, prüft doch einmal, ob eure Hausnummer im Dunkeln gut sichtbar ist – am besten beleuchtet. Für uns im Rettungsdienst macht das nachts einen echten Unterschied. Und vielleicht ist das auch eine charmante Erinnerung, die Hecke nicht ganz über die Zahlen wachsen zu lassen.
(zwinkert)
Und danke dir, Ina, für deine tolle Arbeit hier.
Interwiev mit Julius
Ina: Julius, du bist Mitinhaber, anerkannter Dozent und auch Colles Ehemann. Wie hast du die Entwicklung der Schule erlebt?
Julius:
Ganz nah.
Die Entwicklung hat lange gedauert. Das war kein Projekt von ein paar Wochen. Bis die Kurse so standen, wie sie heute sind, hat Colle sehr lange recherchiert und immer wieder neu aufgebaut.
Unser Haus hing voller Flipchart-Papier. Teilweise stand sie mit dem Baby in der Trage an der Flipchart und hat Entwürfe ausgearbeitet. Und manchmal saß sie nachts am Küchentisch mit einer Kanne Tee und hat weiter recherchiert. Auch international. Sie hat geschaut, wie Erste Hilfe in anderen Ländern vermittelt wird und was für Eltern wirklich sinnvoll ist.
Sie hat bestehende Konzepte nicht einfach übernommen, sondern komplett neu gedacht. Und ich bin bis heute begeistert von diesem Konzept.
Ina: Wann war für dich klar, dass du einsteigst?
Julius:
Als das Unternehmen gewachsen ist.
Colle hat sich fachlich beweisen müssen – vor Hebammen, vor Chef- & Fachärztinnen in Kliniken. Allgemein auch heutzutage anscheinend leider immer noch ein Thema als Frau ernst genommen zu werden, wir tauschen uns da natürlich aus. Die Kooperationen sind entstanden, weil die Qualität überzeugt hat. Mit dem Wachstum war klar, dass das organisatorisch und rechtlich sauber aufgestellt sein muss.
Ich habe selbst im medizinischen Bereich gearbeitet und hatte auch mit organisatorischen, rechtlichen und datenschutzrechtlichen Themen zu tun. Dinge wie Datenschutz oder Steuerunterlagen gehören nicht zu Colles Lieblingsaufgaben – das übernehme ich.
Ina: Was ist dir im Kurs besonders wichtig?
Julius:
Dass jede Person gleich ernst genommen wird.
Ich kenne es aus unserem eigenen Geburtsvorbereitungskurs: Wir Väter wurden teilweise belächelt oder nicht wirklich einbezogen. Das war kein gutes Gefühl.
Bei uns spielt es keine Rolle, wer eine Frage stellt. Mutter, Vater, Großeltern, Partnerin, Partner oder Onkel – jede Person wird gleich behandelt. Niemand ist nur Begleitung.
Und mir fällt in Gesprächen mit betrieblichen Ersthelfenden oder Einrichtungen immer wieder auf: Viele glauben, sie seien komplett fit, weil sie regelmäßig alle 2 Jahre Kurse besuchen. Und dann zeigt sich, dass grundlegende Dinge gar nicht vorhanden sind oder nicht sauber umgesetzt werden. Genau deshalb halte ich unser Konzept für wichtig. Es geht nicht nur um Wiederholung, sondern um Verständnis.
Ina: Ihr seid gleichzeitig sehr klar in euren Strukturen. Warum?
Julius:
Weil transparente Regeln notwendig und fair sind.
Intern weiß jedes Teammitglied, wie mit bestimmten Anfragen umzugehen ist. Extern wissen Teilnehmende immer woran sie sind. Die Regeln schützen das Unternehmen – und auch alle, die sich an die Rahmenbedingungen halten, also die Teilnehmenden.
Ina: Was bedeutet dir eure Arbeit persönlich?
Julius:
Dass wir ein Teil von Familiengeschichten sind.
Vielleicht erinnern sich Eltern in zehn Jahren nicht an jedes Detail aus dem Kurs. Aber hoffentlich daran, dass sie sich sicher gefühlt haben und wussten, was zu tun ist.
Und vielleicht sitzen irgendwann genau diese Kinder der Teilnehmenden selbst bei uns im Kurs. Dann sehen wir, ob wir gute Arbeit geleistet haben.
Ina: Julius, hast du noch einen kleinen Erste-Hilfe-Impuls zum Schluss?
Julius:
Ja. Habt unsere Notfallkarten im Portemonnaie dabei.
Dort stehen alle relevanten Informationen und Kontaktpersonen – und auch, ob Kinder oder Haustiere zu versorgen sind. Im Ernstfall kann das entscheidend sein.
Interview mit Ansgar
Ina: Ansgar, du bist anerkannter Dozent bei uns und außerdem Feuerwehrmann. Deine Frau ist Hebamme – das klingt nach einem ziemlich eingespielten Notfall-Team, oder?
Ansgar:
Sagen wir so: Wenn wir unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwer helfen kann. Das ist ganz praktisch.
Schön, wenn uns auch jemand helfen könnte -dafür bilden wir ja auch aus *grinst
Durch meine Frau bekomme ich natürlich auch viel mit, was im Alltag von Hebammen passiert. Und genau deshalb finde ich es gut, dass wir auch Notfalltrainings für Hebammen anbieten. Da merkt man schnell, wo Unsicherheiten sind – und was in klassischen Kursen oft gar nicht richtig abgedeckt wird.
Und wir stehen da nicht isoliert da. Colle und Julius tauschen sich regelmäßig mit verschiedenen Fachbereichen aus. Wir haben ein großes Netzwerk und stehen im Austausch mit Hebammen, Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren medizinischen Ansprechpartnern. Das fließt in unsere Konzepte mit ein.
Ina: Du kennst ja viele verschiedene Erste-Hilfe-Formate. Was unterscheidet unsere Kurse für dich?
Ansgar:
Sehr viel.
Ich kenne die starren Standardkurse. Und ich kenne Einrichtungen, die alle zwei Jahre ihre Pflicht erfüllen. Auf dem Papier sind alle geschult. In der Praxis merkt man dann oft: Es fehlen Inhalte, die für Erste Hilfe am Kind entscheidend sind.
In vielen üblichen Standardkursen werden Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern nicht ausreichend vermittelt. Eine Reanimation bei Kindern läuft anders ab. Auch die stabile Seitenlage oder Maßnahmen bei Verschlucken unterscheiden sich. Teilweise werden Leitlinien für Erwachsene gelehrt, ohne klar zu machen, dass es für Kinder eigene Vorgaben gibt.
Ich hatte Kitas und Grundschulen im Kurs, die vorher regelmäßig Fortbildungen hatten – und trotzdem waren genau diese Unterschiede unsicher oder gar nicht richtig bekannt. Das liegt nicht daran, dass sie es nicht wiederholen, sondern daran, dass relevante Inhalte in den üblichen Formaten gar nicht oder nur oberflächlich abgedeckt werden.
Und ich finde es stark, dass wir nicht nur die verpflichtenden Kurse alle zwei Jahre anbieten, sondern auch maßgeschneiderte Trainings. Gerade in Kitas merken viele selbst, dass zwei Jahre Abstand natürlich bei so wichtigen Themen zu viel sind. Das merkt man an der Unsicherheit der Mitarbeitenden. Deshalb buchen einige Einrichtungen bewusst jedes Jahr ein zusätzliches, spezielles Notfalltraining, bei dem wir gezielt auf ihre Fragen, ihre Abläufe und ihre realen Situationen eingehen. Das sind richtig gute Kurse, weil man dort sehr konkret und praxisnah arbeiten kann.
Ich mag an unserem Konzept, dass wir Dinge wirklich verständlich machen und nicht einfach nur abhaken.
Ina: Du unterrichtest ja nicht nur „Erste Hilfe am Kind“, sondern auch andere Formate. Was reizt dich daran?
Ansgar:
Die Bandbreite.
Bei „Erste Hilfe am Kind“ arbeiten wir sensibel. Da geht es um Eltern, um Ängste, um Verantwortung. Das ist eine andere Atmosphäre.
Und dann stehen wir beim medizinischen Notfalltraining für Biker draußen, schminken realistische Unfalldarstellungen und trainieren Szenarien, die deutlich direkter sind. Das ist ein ganz anderer Ton – und genau diese Abwechslung finde ich spannend.
Außerdem mache ich auch Brandschutzthemen. Das ergänzt sich gut.
Ina: Was ist dir persönlich wichtig im Team?
Ansgar:
Dass wir geschlossen auftreten.
Wir stehen hinter unserem Konzept. Und wir stehen hinter unseren Regeln. Bei organisatorischen Anfragen oder Sonderwünschen werden alle Teilnehmenden gleich behandelt. Es gibt keine individuellen Ausnahmeregelungen auf Zuruf, nur weil jemand besonders laut oder besonders hartnäckig fragt. Das ist fair gegenüber allen.
Und ich bin ehrlich froh, dass ich mich nicht um den Bürokram kümmern muss. Das liegt mir nicht – dafür ist unser Kollege Mark da. Wenn im Kurs organisatorische Fragen auftauchen, kann ich mich darauf verlassen, dass ich an ihn verweise und wir alle dieselben Vorgaben haben. Das gibt keine Unsicherheiten, weder für uns noch für die Teilnehmenden. Es ist klar, transparent und für alle nachvollziehbar.
Und ich bekomme in meinen Kursen oft sehr ehrliche Rückmeldungen. Das freut mich. Wenn Leute sagen: „So habe ich das noch nie verstanden“, dann weiß ich, warum ich das mache.
Ina: Zum Schluss noch ein kleiner Erste-Hilfe-Impuls von dir?
Ansgar:
Ja. Checkt doch mal eure Rauchmelder im Haus.
Und wenn euch das Thema interessiert: Dazu gibt es auch eine passende Folge in unserem Podcast.
Interview mit Mark
Ina: Mark, du bist im Backoffice zuständig. Viele sehen dich gar nicht im Kurs. Was ist deine Rolle im Team?
Mark:
Ich kümmere mich um die organisatorischen Prozesse im Hintergrund.
Also alles, was strukturiert laufen muss, damit die anderen sich auf das konzentrieren können, was sie am besten machen: Kurse geben.
Dazu gehört auch ein Teil Steuerkram – und das ist ehrlich gesagt eine ziemlich gute Herzinfarktprophylaxe für Colle, weil sie alles rund um Steuern wirklich nicht gern macht um es gelinde auszudrücken. Da passt es gut, dass ich das übernehme.
Ina: Du bist selbst kein Dozent. Warum stehst du trotzdem so hinter dem Konzept?
Mark:
Weil ich die Kurse selbst mitgemacht habe. Freiwillig.
Erste Hilfe am Kind, medizinisches Notfalltraining für Motorradfahrende und auch Erste Hilfe am Hund. Ich habe selbst zwei Hunde – und gerade deshalb wollte ich wissen, was ich im Notfall wirklich tun muss.
Und ich war überrascht, wie groß die Unterschiede sind. Ich dachte früher, ein Erste-Hilfe-Kurs ist halt überall gleich. Aber das stimmt nicht.
Gerade beim Hundekurs fand ich es stark, wie viel konkreter und hochwertiger gearbeitet wird – mit guten Puppen, klaren Abläufen, echten Unterschieden zwischen Rassen, Themen wie Magendrehung oder Verschlucken, so viel alltagswissen über das man sonst erst im Nofall nachdenkt. Jeder sollte wissen was er sofort macht, wenn sein Hund in eine fiese Scherbe getreten ist. Was wenn ein mein Hund gebissen wurde? Wann muss ich Nachts mit den Fellnasen wohin? Was ist im Fall der Fälle zu beachten? Was gehört beim Gassi in die Tasche, Hausapotheke? Es gibt keinen Rettungsdienst für Hunde -viele Tierkliniken haben ihren 24 Stunden Status verloren - wir müssen da bescheid wissen. Vor einigen Jahren besuchte ich schon mal so einen Kurs, lange vor meinem Job hier... der Unterschied war riesig -das hatte ich so in der Form nicht erwartet.Wirklich empfehlenswert und wichtig!
Ina: Gibt es etwas an deinem Job, das du weniger magst?
Mark:
Ja, ich weiß worauf du hinaus willst.
Sehr lange Anfragen mit ausführlichen Begründungen, warum für jemanden andere Regeln gelten sollten.
Wir verweisen im Buchungsprozess mehrfach – inzwischen sechsmal – auf unsere AGB. Sie gelten für alle gleich und werden mehrfach aktiv vom Buchenden bestätigt, vorab gibt es alle relevanten Infos -auch ob Kurse für bestimmten beruflichen Voraussetzungen oder Privatpersonen konzipiert sind und trotzdem kommen dazu noch Fragen.
Wenn dann trotzdem dazu individuelle Anfragen oder Ausnahmen sehr aggressiv oder in unangemessenem Ton eingefordert werden, fühle ich mich manchmal gezwungen, sehr private Details mit den ganzen Gründen lesen zu müssen. Das ist kein schöner Teil meines Jobs. Bitte hört auf uns euer Privatleben zu beschreiben.
Und ich bewundere manchmal tatsächlich diese Ignoranz. Freunde: -lasst das, ihr seid Eltern, Pädagoginnen etc. und müsst Selbständigkeit und Verantwortung mal auf die Kette kriegen! *Mark lacht
Im Grunde ist ein Ticket bei uns zu buchen das Gleiche als buchst du ein Konzert Ticket bei Taylor Swift - da diskutierst du auch nicht mit Taylor rum, weil dein Babysitter abgesagt hat oder du krank bist und doch nicht zum Konzert kannst oder einfach zu einem anderen Termin kommst, sondern hälst dich eigenverantwortlich an den von dir zugestimmten Vertrag, oder? Manche Menschen werden richtig bockig, wenn sie ihre Extrawurst nicht bekommen. Komisch, dass manche Leute bei kleineren Unternehmen Grenzen testen müssen. Und diese Gesetze genau dazu gibt es nicht umsonst, sondern sind ein wichtiger Schutz, auch wenn man das von außen vielleicht nicht meinen mag.
Und wo wir gerade bei Organisation sind:
Wir haben feste Bürotage. An diesen Tagen werden Anfragen gesammelt und strukturiert abgearbeitet. Mehrfaches Nachfragen – vor allem über verschiedene Kontaktformulare oder mit unterschiedlichen E-Mail-Adressen – beschleunigt den Prozess nicht. Im Gegenteil: Es verlängert ihn, weil doppelte Anfragen zusammengeführt und geprüft werden müssen. Wir arbeiten nicht mit KI, das dauert mit Menschen nun mal, manche werden hibelig nach ein paar Stunden und schreiben nochmal, aber auch der Mark hat feste Bürozeiten und es steht ja alles im Veranstsltungstext und in den AGB, normalerweise sind solche Anfragen gar nicht vorgesehen. Wie meine Lehrerin immer sagte: Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich sage dass, weil solche Anfragen immer von Lehrerinnen kommen:
"Ist der Kurs für Lehrerinnen geeignet? Für welche Veranstaltung gibt es welche Termine?"
Mark "Wer lesen kann ist klar im Vorteil!" Ich habe viele Jahre gewartet um das auch sagen zu können- haha.
Zum Glück sind solche Anfragen sehr selten und das kennt wohl jeder der mit Kundinnen mal zu tun hat.
Ansonsten arbeite ich wirklich gern hier und die meisten Teilnehmenden sind wirklich großartig und sehr nett.
Ina: Stimmt, das hätte ich vor meinem Praktikum auch nicht geglaubt, dass Kundinnen sich so benehmen können. Alles wirklich transparent ganz genau vorab geklärt und dann doch dieser Ton mit Forderungen. Du bist da wirklich ruhig.
Mark: Colle hat das so festgesetzt: die Kundinnen sind bei uns nicht Könige. Die Kundinnen sind Gäste. Für Gäste gibt man sich besonders Mühe, aber auch Gäste dürfen bei uns nicht unverschämt oder respektlos werden und haben sich an die Hausordnung zu halten. Finde ich super, denn wir haben sehr viele tolle Gäste!
Außerdem läuft zur Transparenz unsere Kundinnenkomunikation ausschließlich schriftlich
Ina: Du bekommst viele Rückmeldungen. Bleibt dir etwas besonders im Kopf?
Mark:
Das aktuellste:
eine Kundin schrieb mir, sie hört unseren Podcast immer gerne zum Einschlafen. Ich wusste kurz nicht, ob das ein Kompliment ist oder nicht. Aber solange sie wieder einschaltet, nehme ich es positiv.
Und ich freue mich wirklich über Feedback-Mails. Auch wenn ich im Hintergrund arbeite, bin ich Teil des Ganzen.
Ina: Was ist dir im Team wichtig?
Mark:
Dass wir geschlossen auftreten.
Wenn im Kurs organisatorische Fragen kommen, wissen alle, wie wir damit umgehen. Niemand bekommt bei Anfragen eine Sonderregelung. Wir haben klare Rahmenbedingungen, die für alle gelten. Keiner aus dem Team steht alleine da. Wir sind ein safespace, kein extrawurstspace - alle werden gleich behandelt, wir haben keine "Privatpatientinnen", alle sind uns gleich wichtig -das war wohl ein Aha für dich, Ina.
Ina: Ja, diese Frage bekommt jeder von euch - das ist mein Hauptthema. Was ist noch wichtig?
Mark:
Ich mag unsere Teammeetings – auch die virtuellen. Wir sind schnell und direkt in der Kommunikation. Manchmal müssen die anderen kurz nachziehen, wenn Colle loslegt – das ist ganz witzig, sie hat halt alle Ebenen gleichzeitig im Kopf das wird unterschätzt: Qualität, Teilnehmende, Mitarbeitende, Material, Planung, Kommunikation, Kaffeebestellung für das Team..., haha.
Und ich finde es gut, Teil eines Teams zu sein, das hinter seinen Werten steht und was Gutes und Bedeutendes macht.
Ina: Mark, dein Tipp zum Schluss?
Mark:
Legt euch einen Notfallordner an.
Wichtige Unterlagen, Kontakte, medizinische Infos – alles gebündelt an einem Ort.
Und ich fand im Kurs auch den Tipp mit der Notfalldose richtig gut. Einfach, klar und im Ernstfall schnell auffindbar. Wenn dazu häufiger Fragen oder Feedback kommen, schlage ich im nächsten Team-Meeting vor, dass wir dazu noch etwas ausarbeiten und ein paar Infos zusammenstellen.
Ein persönliches Wort von Ina
Zum Abschluss möchte ich mich bedanken, dass ich dieses Interview im Rahmen meines Praktikums umsetzen durfte.
Vielleicht wirken meine Fragen stellenweise sehr fokussiert auf Strukturen, Abläufe und den Umgang mit schwierigen Situationen. Das liegt daran, dass genau dieser Bereich mein persönlicher Schwerpunkt ist. Mich hat besonders interessiert, wie ein Unternehmen mit anspruchsvollen oder unangenehmen Themen umgeht – mit klaren Regeln, mit fordernden Anfragen und mit Verantwortung im täglichen Miteinander.
Wichtig ist mir dabei: Solche Anfragen sind die Ausnahme, nicht die Regel. Im Interview nehmen sie mehr Raum ein, weil ich diesen Aspekt bewusst beleuchtet habe. Mein Ziel war es zu zeigen, wie professionell und klar damit umgegangen wird.
Im Praktikum habe ich außerdem verstanden, wie viel Arbeit im Hintergrund jeder einzelnen Anfrage steckt. Dieser Aufwand ist von außen kaum sichtbar. Ebenso sind Regeln und Abläufe für Kundinnen und Kunden nicht immer unmittelbar nachvollziehbar. Ich habe jedoch gelernt, dass diese Strukturen nicht willkürlich entstehen, sondern fachlich, organisatorisch und aus Gründen der Fairness sorgfältig begründet sind.
Mit meinen Fragen habe ich bewusst versucht, ehrliche Hintergründe herauszuarbeiten – auch zu Themen, bei denen Erklärungen schnell missverstanden oder negativ ausgelegt werden können. Sich zu erklären ist nicht immer leicht. Umso mehr habe ich geschätzt, dass das Team offen und transparent geantwortet und Einblicke gegeben hat, wie Dinge tatsächlich gehandhabt werden.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Authentizität dieses Teams. Die Haltung, die nach außen kommuniziert wird, entspricht dem tatsächlichen Miteinander: klar, wertschätzend, strukturiert – und gleichzeitig menschlich. Diese Übereinstimmung ist spürbar.
Ich habe die Kurse selbst besucht und kann sie fachlich wie konzeptionell sehr empfehlen. Die Inhalte sind praxisnah, durchdacht und sensibel aufgebaut. Auch die Teilnehmenden habe ich als sehr freundlich, engagiert und verantwortungsbewusst erlebt. Der Umgang im Kurs war herzlich und fast familiär – eine Atmosphäre, die Sicherheit und Offenheit ermöglicht.
Ich habe mich im Team willkommen und ernst genommen gefühlt und durfte auf unterschiedlichen Ebenen viel lernen – fachlich, organisatorisch und persönlich.
Dass ich diese Gespräche in dieser Form veröffentlichen durfte und dass dieses Interview für eine gewisse Zeit auf der Homepage stehen bleiben darf, weiß ich sehr zu schätzen.
Ihr seid wirklich klasse!
Danke,
eure Ina